Mode Global, ein britisches, börsengehandeltes FinTech-Unternehmen, kündigt an, bis zu zehn Prozent der liquiden Mittel in Bitcoin zu wechseln. Der Grund ist, einmal mehr, die Sorge vor einer Währungsabwertung. Allerdings steckt hinter der Nachricht weniger, als es auf den ersten Blick erscheint.

Als MicroStrategy öffentlichkeitswirksam Bitcoins zur Basis seiner Cash-Reserven machte, schrieb die börsennotierte US-Firma Geschichte. Nicht zwingend, weil die Käufe den Bitcoin-Preis hochtrieben, sondern vielmehr wegen dem Zeichen, das das Unternehmen damit setzte:

MicroStrategy machte vor, dass Geschäftsführer, Aktionäre und Aufsichtsräte eine Wahl haben. Sie müssen die Geldpolitik der Zentralbanken nicht einfach so hinnehmen, sondern können auf Bitcoin oder eine andere Kryptowährung umsteigen. Das Geldmonopol des Staates ist bereits gebrochen, und langsam verstehen die Geschäftsführer, was das bedeutet: Sie können mit ihrem Geld über die Politik abstimmen.

Nachdem auf MicroStrategy der Zahlungsdienstleister Square gefolgt ist, steigt nun auch Mode in die Riege der Unternehmen auf, die Bitcoin zum Teil des Portfolios machen. Mode ist eine britische, öffentlich gehandelte Fintech-Firma. Mit einer Pressemitteilung gibt sie bekannt, „dass sie bis zu 10 Prozent ihrer Barreserven reserviert hat, um damit Bitcoin zu kaufen und zum Reserve-Asset ihres Portfolios zu machen“.

Der Zug sei ein Teil von Modes „langfristigem Ziel, die Assets der Investoren vor einer Währungsabwertung zu schützen.“ Zudem suche Mode „bei einem Zinssatz von 0,1 Prozent in Großbritannien nach Wegen, um sich von niedrigverzinsten Marktinstrumenten zu diversifizieren und den Wert der Erträge der Einholung von Finanzmitteln zu maximieren.“ Anders gesagt: Nachdem Mode endlich über die Aktienausgabe Kapital aufgetrieben hat, möchte sie dieses nicht auf Gedeih und Verderben ans Schicksal des Britischen Pfundes binden.

Wie schon bei MicroStrategy und Square reagiert der Aktienkurs prompt: Der Preis des Wertpapiers sprang von 46 auf 52 Pfund.

Allerdings sollte man in diese Nachricht nicht zuviel hineinlesen. Denn Mode ist ein ziemlich junges FinTech-Unternehmen, das zwar auch für Unternehmen einen Finanzkanal nach China öffnet, aber vor allem auf seine Banking-App setzt, die traditionelle Finanzen und „digitale Assets“ zusammenbringen soll. Derzeit jedoch handelt es sich bei der Mode-App aber lediglich um eine Bitcoin-Wallet, auf der man seine Bitcoins verzinsen lassen kann; die Finanztransaktionen kommen später hinzu. Es ist also eine Art „BitWala-Light“ und weder ein großes noch ein traditionelles noch ein allzu bedeutungsvolles Unternehmen, dessen Marktkapitalisierung mit etwa 36 Millionen Pfund eher überschaubar ist.

Zum Vergleich: Die Bitcoin Group, die den Marktplatz Bitcoin.de betreibt, hat eine Marktkapitalisierung von mehr als 120 Millionen Euro und hält seit jeher eine relativ große Reserve in Bitcoin. So betrachtet ist die Nachricht von Mode überhaupt keine Nachricht, beziehungsweise wird lediglich zu einer Nachricht, weil das Unternehmen das nachmacht, was MicroStrategy und Square vorgemacht haben und damit in einen Trend fällt.

Aber: Es bleibt ein Trend, und es setzt ein Zeichen: Unternehmen müssen sich mit ihren liquiden Reserven nicht länger von den Zentralbanken abhängig machen.

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