Die cpi Crypto Payment International GmbH hat es geschafft, mit Hilfe einiger Partner den ersten von der BaFin regulierten Bitcoin-Automaten Deutschlands aufzustellen. Die Lösung kommt nicht ganz ohne Einschränkungen daher – zollt aber der Privatsphäre der User immerhin auch Respekt.

Nein, nicht Berlin, und auch nicht München, Hamburg oder Köln. Noch nicht mal Stuttgart. Sondern Schweinfurt, eine Industriestadt in Unterfranken, die die meisten daher kennen, dass man auf dem Weg von Würzburg nach Berlin an ihr vorbeifährt.

In Schweinfurt steht nun also der einzige Bitcoin-Automat Deutschlands, ein sogenannter Bitcoin-ATM, bei dem man Bargeld gegen Bitcoin tauschen kann. Er sticht aus einer leeren Landschaft hervor. Denn die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ging in diesem Jahr hart gegen die Bitcoin-Automaten vor und suspendierte schließlich auch den Betrieb der Automaten von Coin Fellows, im Mai der einzige verbliebene nennenswerte Operateur.

Nun gelang es der cpi Crypto Payment International GmbH offenbar, die regulatorischen Auflagen der BaFin zu erfüllen, um in Schweinfurt den „ersten regulierten Cryptomat®“ in Betrieb zu nehmen, wie die Pressemitteilung schreibt. Der Automat befindet sich in den öffentlich zugänglichen Räumlichkeiten der Crypto Supply GmbH, einem Lieferanten von Mining-Hardware, der auch anbietet, die Miner zu hosten, und wurde offenbar vom estnischen Hersteller Intellogate als eine Variante des APT Automaten produziert.

Wie erfüllt cpi die regulatorischen Auflagen der BaFin? Zunächst kann der Cryptomat® nur benutzt werden, wenn man die Wallet-App von cpi verwendet: Erworbene Bitcoins werden ausschließlich der Wallet-App gutgeschrieben. Diese Wallet basiert auf der Technologie von Tatoshi, einer Bitcoin-Wallet aus der Schweiz, die ein Konzept der sozialen Wiederherstellung der Wallet entwickelt hat.

Um die Wallet zu benutzen, muss man sowohl Telefonnummer als auch E-Mail-Adresse bestätigen, was schon mal eine geringe, eher schwache Identifizierung ausmacht. Mit diesem Status kann man Bitcoins für bis zu 500 Euro an einem Cryptomat® kaufen. Anschließend muss man seine Identität prüfen lassen, was vermutlich durch ein Video-Identifizierungsverfahren geschieht.

Damit versucht cpi, eine Brücke zwischen BaFin und den Nutzern zu schlagen. Die BaFin will – mit gutem Grund – verhindern, dass über ATMs anonym Bitcoins gewechselt werden, die kriminelle Ursprünge haben. Die User dagegen wollen – mit ebenso gutem Grund – den Automaten eben darum benutzen, weil sie keine Lust haben, ihre Identität in einer Datenbank zu verewigen. Dahinter muss keine kriminelle Absicht stehen, sondern lediglich die vollkommen berechtigte Sorge für den Datenschutz.

Als User kann man also nun an einem Cryptomat® bis zu 500 Euro je verfügbarer Telefonnummer gegen Bitcoin wechseln. Bei den meisten Menschen dürfte sich dies auf nicht mehr als wenige tausend Euro summieren, wobei es in Deutschland auf legalem Wege nicht mehr möglich ist, eine Telefonnummer zu beziehen, ohne seine Identität zu bestätigen. Ob und wie es Kriminellen gelingt, dies zu unterlaufen, ist mir unbekannt. Insgesamt darf man annehmen, dass das Geldwäsche-Risiko durch den ATM sehr gering ist, während die User bescheidene Beträge weiterhin einigermaßen diskret erwerben können.

Diese Brücke ist ein Gemeinschaftsprojekt von cpi aus Berlin, der CM-Equity AG aus München, die die notwendigen Lizenzen der BaFin hält, sowie von den Entwicklern von Tatoshi. Der Plan ist es nun, in ganz Deutschland ein Netzwerk solcher Automaten aufzuziehen. Damit würde Deutschland endlich auch den Stand erreichen, der in den meisten Ländern schon seit mehreren Jahren normal ist.

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