Nach Microstrategy hat nun auch der Zahlungsdienstleister Square in Bitcoin investiert. Das von Twitter-Gründer Jack Dorsey gegründete Unternehmen kauft für 50 Millionen Dollar 4.709 Bitcoin. Der Aktienkurs stieg seitdem von 151 auf 162 Euro – womit die Marktkapitalisierung um mehr als vier Milliarden Euro zulegte.

Eigentlich hält der Motley Fool nicht viel von Bitcoin, im Grunde sogar so wenig, dass die Autoren des Blogs noch nicht einmal gelernt haben, dass man keinen ganzen Bitcoin kaufen muss. Aber die Nachricht, dass Square für 50 Millionen Dollar Bitcoins kauft, nötigt selbst dem skeptischen Finanzblog Respekt ab.

Square ist ein Zahlungsdienstleister, den Twitter-Gründer Jack Dorsey mitgegründet hat, und der das Bezahlen mit Kreditkarten für kleine Unternehmen vereinfacht. Gerade mal zehn Jahre nach der Gründung bedient Square 30 Millionen Unternehmen und hat sich zu einem ernsthaften Akteur am hart umkämpften Markt für Zahlungsdienstleister gemausert.

Dass Jack Dorsey ein Fan von Bitcoin ist, ist schon längst bekannt, etwa wenn sein Twitter-Profil @jack minimalistisch nur „Bitcoin“ als Account-Beschreibung anzeigt. Mit der CashApp lässt Square dem Lippenbekenntnis schon lange Taten folgen, indem die PayPal-artige App es ihren Kunden erlaubt, Bitcoins zu kaufen. Das Angebot kommt so gut an, dass CashApp mittlerweile einen Großteil des Umsatzes an Gebühren für den Handel mit Bitcoins verdient.

Nun ging die Firma noch einen Schritt weiter. Eine Pressemitteilung am 8. Oktober verkündete den Kauf von 4.709 Bitcoins für insgesamt 50 Millionen Dollar. „Square glaubt daran, dass Kryptowährungen ein Instrument sind, um wirtschaftliche Selbstbestimmung zu erlangen, und einen Weg für die gesamte Welt aufweist, um an einem globalen Geldsystem zu partizipieren. Dies entspricht dem Ziel unseres Unternehmens.“ Das Investment in Bitcoins repräsentiere „etwa ein Prozent des Gesamtkapitals von Square am Ende des zweiten Quartals 2020.“

Während MicroStrategy einen Großteil der Kapitalreserven in Bitcoin umgeschichtet hat, geht Square also erst einmal kleine Schritte; und während der CEO von MicroStrategy sich als von Bitcoin komplett bezauberten Maximalisten entpuppt, der angesichts der Kryptowährung poetisch von „Cyber-Hornissen“ schwärmt, bleibt die Finanzchefin von Square, Amrita Ahuja, bei der Formulierung, man sei überzeugt, dass Bitcoin in Zukunft allgegenwärtig sein werde.

Der Motley Fool räumt, um wieder darauf zurückzukommen, ein, dass ein Prozent der Bilanzsumme „nicht der große Sprung“ ist, sondern eher eine Randnotiz. Allerdings „eine Randnotiz, durchaus bemerkenswert ist. Sie erinnert Foolishe Investoren daran, dass Square innovativ und aufgeschlossen gegenüber Randbereichen ist. Für das weitere Wachstum ist das möglicherweise langfristig ein Schlüssel zum Erfolg.“

Die Aktienmärkte sehen das ähnlich. Einen Tag vor der Pressemitteilung, am 7. Oktober, stand der Kurs einer Aktie von Square bei etwa 151 Euro; heute liegt er schon bei 162 Euro, womit die Marktkapitalisierung des Unternehmens um rund 4,5 Milliarden Euro gestiegen ist. Allerdings sollte man dies in den Kontext eines starken und kontinuierlichen Anstiegs sehen, seit die Aktie im Zuge des Corona-Crashes auch kurzzeitig unter 50 Euro abstürzte.

Auch die Bitcoin-Märkte verstehen es als positive Nachricht, dass nun schon das zweite Unternehmen beginnt, Bitcoin für seine Kapitalreserven zu verwenden. Der Kurs stieg seit dem 7. Oktober von rund 10.500 auf nun 11.300 Dollar; für Square bedeutet das, dass die für 50 Millionen Dollar erworbenen Bitcoins nun schon 53 Millionen Dollar wert sind. Aber das dürfte für das Unternehmen tatsächlich nur eine Randnotiz sein.

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