Mehr als 100 Seiten, in denen es um die Blockchain in vielen Facetten geht: Das Blockmagazin ist das erste deutschsprachige Magazin zur neuen Technologie. Es verbindet Reportagen aus Blockchain-Startups mit Erklär-Artikeln und Interviews zu einer runden Angelegenheit mit haptischem Lesevergnügen. Besucher des Bitcoinblogs haben die Chance, ein Gratis-Exemplar zu gewinnen.

Print ist tot, heißt es immer wieder, da die Leute heute nur noch im Internet lesen. Wer aber schon einmal darauf geachtet hat, weiß, dass das Lesen auf einem Bildschirm und das Lesen auf Papier eine andere Erfahrung erzeugen, auch dann, wenn man moderne E-Book-Reader benutzt. Ein Buch oder ein Magazin beschwört eine spezielle, fokusiert-versunkene Stimmung, die einem viel mehr als das digitale Lesen die Konzentration verleiht, auch lange, schwierige Texte zu lesen, ohne sich dabei ständig von E-Mails, Tweets oder Links ablenken zu lassen. Das Lesen auf Papier bekommt durch das Internet zwar Konkurrenz – tot ist es aber noch lange nicht.

Mit dem Blockmagazin versucht Lukas Fiedler vom Mainzer source consulting das erste deutschsprachige gedruckte Magazin zur Blockchain-Technologie aufzustellen. Die erste Ausgabe ist seit Juli unter dem provokanten Titel „Kann Deutschland Blockchain?“ in einer Auflage von 10.000 Exemplaren auf dem Markt. Es kann im Internet sowie an einigen Bahnhöfen und Flughäfen gkauft werden.

In dem Magazin versucht ein Team von Autoren einer Agentur unter der Chefredaktion von Lukas Fiedler Klarheit in das breite Thema Blockchain zu bringen. Die Zielgruppe sind technisch und wirtschaftlich interessierte Leser, die sich für Krypto und Blockchain interessieren, aber noch keine Experten dafür sind. Man kann sich gut vorstellen, wie das Magazin etwa in der Lobby eines Beratungsunternehmens oder im Aufenthaltsraum eines Tech-Startups ausliegt.

Der Inhalt ist ein Mix aus Erklär-Artikeln, die bei Null anfangen, Reportagen aus den Büros und Werkstätten von Startups, Interviews und Features.  Eben so, wie man es von einem Magazin erwartet.

Der Aufmacher ist ein langer Artikel zum Thema „Wie funktioniert die Blockchain“. Er beantwortet diese Frage relativ einsteigerfreundlich, bezieht sich dabei aber vor allem auf die Bitcoin-Blockchain, und erklärt Konzepte wie Hashes, Asymetrische Kryptographie und Peer-to-Peer-Netzwerke mit einfachen Worten. Ein weiterer Infoartikel listet acht Fakten zu ICOs und schmückt dies mit einer wirklich netten Infografik zum Volumen bisheriger ICOs aus. Interessant ist er vor allem für Leser, die schon mal mit dem Gedanken gespielt haben, in eine ICO zu investieren, aber wegen mangelnden Wissens davor zurückgeschreckt sind. Der titelgebende Artikel schließlich gibt einen eher kurzen, aber bündigen Überblick darüber, wie es um die Blockchain-Branche in Deutschland bestellt ist.

Das Fleisch des Magazins sind jedoch die Reportagen und Interviews. Die Autoren besuchen mehrere Startups, die versuchen, die Blockchain für Logistik, Supply-Chains, Crowdfunding, den Energiemarkt, die Industrie 4.0 und mehr zu verwenden. Manche der Startups berichten von ihren Erfahrungen mit einer ICO, andere räumen ein, dass die Blockchain bei ihnen noch nicht ihren Zweck erfüllt hat. Die Reportagen sind lebendig und anschaulich geschrieben, ein wenig im Stil von Wirtschaftsmagazinen wie BrandEins, wobei sie für meinen Geschmack etwas tiefer bohren könnten, wie die Startups nun konkret eine Blockchain benutzen und welchen Vorteil dies hat.

In die Reportagen eingebettet sind Infoseiten – etwa eine etwas arg unkritische Beschreibung von IOTA – sowie Interviews mit den Gründern. Ebenfalls im Interview ist Blockchain-Professor Philipp Sandner, der etwas über die Blockchain-Strategie der Bundesregierung erzählt; während ein Professor für Kriminalistik in einem Gastbeitrag erläutert, welche Rolle Kryptowährungen in der Straftverfolgung spielen.

Den Abschluss bildet schließlich ein Blockchain-Glossar, von Adresse bis Whitepaper. Dem Glossar gelingt es, die für die Technologie und Ökonomie wichtigsten Begriffe herauszupicken und zu erklären; die allermeisten Wörter, die ich im Lauf der letzten sieben Jahre lernen musste, findet man hier. Das macht den Glossar zum vermutlich nützlichsten Bestandteil des Magazins.

Insgesamt habe ich das Blockmagazin mit Freude gelesen und kann es weiterempfehlen. Zwar hat mich nicht jeder Artikel begeistert, und einige der Reportagen gingen ein wenig am Ziel vorbei, da Blockchain in ihnen zur Nebenrolle degradiert wurde. Aber das Themengebiet ist rund, da es nicht nur die Anwendung der Blockchain in verschiedenen Branchen erschließt, sondern auch Kryptowährungen und Investments thematisiert; die Perspektive ist differenziert, da auch mal Skepsis gegen die Technologie durchscheinen darf, und die Info-Artikel sind, nun ja, informativ. Hübsch wäre es gewesen, wenn auch beispielsweise Meinungsbeiträge enthalten wären, die Autoren sich zu etwas höheren philosophischen Gipfeln des Nutzen von Blockchains aufgeschwungen oder auch spezifische Blockchains im Detail angeschaut hätten. Aber es handelt sich ja erst um die Ausgabe Nummer eins, auf die hoffentlich viele weitere folgen werden. Das Thema gibt es auf jeden Fall her, die Zahlungsbereitschaft der Leserschaft hoffentlich auch.

Der Herausgeber Lukas Fiedler hat mir angeboten, bis zu 15 Exemplare an meine Leser zu verschenken. Wer daran interessiert ist, braucht einfach nur diesen Artikel in einem sozialen Netzwerk zu teilen, egal wo, ob Facebook, Twitter, LinkedIn, Telegram, Whatsapp, Instagram und so weiter, und mir das per Email an christoph.bergmann@mailbox.org per Link oder Screenshot zu beweisen. Dazu brauche ich dann noch eure Adresse, wer nicht will, dass ich sie an Lukas Fiedler weiterleite, sollte dies in die Email hineinschreiben, dann werde ich mir das Exemplar selbst zuschicken lassen und an euch weitersenden. Adressdaten, die ihr mir gebt, werde ich natürlich vom E-Mail-Server löschen.

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