Bitcoin-Adressen nerven. Daher schauen wir uns an, wie man sie durch ein Alias ersetzen kann. Ein Modell ist OpenAlias, das von der Monero-Community ausgetüftelt wurde, aber auch für Bitcoin und andere Kryptowährungen greift. Durch es kann man an eine Email-Adresse anstatt eine Adresse bezahlen.

Eine der Dinge, die an Kryptowährungen auch 11 Jahre nach dem Genesis-Block nerven, sind Adressen. Das sind unhandliche, unmöglich zu merkende Abfolgen von Zeichen, beispielsweise 1BergmanNpFqZwALMRe8GHJqGhtEFD3xMw (und das ist auch noch eine Vanity Adresse, die ich minen musste). Um Coins an solche Adressen zu überweisen, muss man sie in allen Fällen von irgendwo nach irgendwo kopieren, was in so gut wie allen Fällen ein Ärgernis ist.

Daher gibt es mehrere Alias-Systeme, die die Adressen durch andere, vertrautere Zeichenfolgen ersetzen. Hier haben wir bereits Paymail vorgestellt, ein Alias-System für Bitcoin SV (BSV), das dort bereits eine beinah vollständige Verbreitung gefunden hat. Heute stellen wir OpenAlias vor. Dieses System wurde von der Monero-Community entwickelt, ist aber Blockchain-agnostisch, so dass man damit an sich jede Kryptowährung empfangen kann. Mit OpenAlias ersetzt man eine Adresse durch eine Subdomain, zum Beispiel christoph.bitcoinblog.de, was man alternativ als christoph@bitcoinblog.de schreiben kann. Man kann also Geld an das altvertraute Email-Format senden, so, wie man es von PayPal gewohnt ist.

Es gibt mehrere Alias-Systeme. Der Vorteil von OpenAlias ist, dass es nicht nur von Monero-Wallets weithin implementiert wurde, sondern auch von einigen Bitcoin-Wallets, beispielsweise Electrum oder Coin.Space. Der Nachteil ist jedoch, dass es eine Adresse 1:1 an ein Alias bindet: Ihr könnt nur eine einzige Bitcoin-Adresse hinterlegen, und diese wird dann jedesmal angezeigt, wenn jemand euch über das Alias Geld sendet. Es ist also überhaupt nicht privat. Bei Monero ist das kein Problem, weil die Adressen privat sind. Ihr könnt sie also problemlos an ein Alias koppeln, da niemand herausfinden kann, wie viel Geld ihr mit einer Adresse bereits empfangen habt.

Im Prinzip kann man sich sein OpenAlias sehr leicht einrichten: Man schreibt die Adresse in die „Zone Records“ einer Webseite, auf Deutsch „Zonendatei„. Man muss nicht wirklich wissen, was das ist, aber man braucht schon mal eine Webdomain. Wer keine hat, kann derzeit offenbar keine OpenAlias-Adresse bekommen. Zumindest ist mir kein Provider bekannt, der das für einen macht.

Also, nehmen wir an, ihr habt eure eigene Domain. Die Domain wird von einem Hoster verwaltet, und ihr habt einen Zugang zu ihr, beispielsweise über das beliebte cPanel. Wenn ihr das habt, ist es extrem einfach, ein OpenAlias einzurichten:

1. Ihr legt euch eine Subdomain an. In meinem Fall war das donate.mobybit.shop. Dazu klickt ihr im cPanel auf „subdomains“ und gebt den gewünschten Namen an.

Das Bild zeigt einen Screenshot von cPanel, einer häufig benutzten Software zur Verwaltung von Domains. Geld unterlegt sind die Symbole um Subdomains zu erstellen und die Zone-Records zu verwalten. Diese beiden Menüpunkte sind notwendig, um ein OpenAlias zu erstellen.

Screenshot von meinem cPanel. Die gelb unterfärbten Symbole braucht ihr, um ein OpenAlias einzurichten.

2. Jetzt wird es etwas haariger: Ihr müsst den „Zone Editor“ aufsuchen, dort eure Hauptdomain anwählen – in meinem Fall „mobybit.shop“ – und dann auf „manage“ bzw. „verwalten“. Danach wird euch eine Liste mit vielen verwirrenden Zone Records angezeigt, aber die könnt ihr ignorieren. Ihr müsst nämlich einen neuen erzeugen, was man mit dem Klick auf „add record“ macht.

3. Der „Zone Name“ ist eure Subdomain (aber am Ende noch ein Punkt!), die TTL könnt ihr einfach so übernehmen, wie sie ist, die „Class“ könnt ihr auch ignorieren, aber der „Type“ muss „TXT“ sein. Danach tragt ihr in einem Textfeld das folgende ein: „oa1:btc recipient_address=[eure Adresse]; recipient_name=[ein Name oder Pseudonym]; tx_description=[Beschreibung der Adresse];

Screenshot aus der Zonendatei-Verwaltung in cPanel, bei dem der User eine neue Zonendatei anlegt, die ein OpenAlias registriert.

Ein neuer Zone-Record für ein OpenAlias sollte etwa so aussehen.

4. Ihr wartet ein wenig, bis euer Hoster die Zone-Datei im Internet propagiert. Auf openalias-web.herokuapp.com könnt ihr das nachprüfen, entweder im Suchfeld oder indem ihr euer OpenAlias an die URL anhängt: openalias-web.herokuapp.com/donate@mobybit.shop

Wie ihr seht, habe ich mit dem OpenAlias donate@mobybit.shop sowohl eine BTC als auch eine XMR Adresse verknüpft. Für Monero habe ich dazu eine zweite Zonendatei angelegt, in die so begann: „oa1:xmr recipient_address=…“ Ich könnte auch noch Adressen für BCH, BSV, ETH oder jeder beliebigen Kryptowährung hinzufügen. Aber da nur Wallets von Monero und Bitcoin OpenAlias derzeit unterstützen, wird das nicht viel Sinn ergeben.

Dabei solltet ihr darauf achten, dass eurer Hoster auch den DNSSEC Standard unterstützt. Ansonsten könntet ihr Gefahr laufen, dass eine dritte Partei euer öffentlich präsentiertes OpenAlias manipuliert. Auf dieser Seite könnt ihr prüfen, ob euer Hoster schon DNSSEC unterstützt.

Man sollte sich bewusst machen, dass die Privatsphäre nicht höher ist, als wenn ihr eine Adresse auf eurer Webseite postet. Aber wenn man bereit ist, das hinzunehmen – oder Monero benutzt – hat man mit OpenAlias ein tolles System, um Adressen loszuwerden. Ihr könnt es ja mal testen, indem ihr mir mit Bitcoin oder Monero für diesen Artikel an donate@mobybit.shop dankt 🙂

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